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The Art of Daring – Painting in Public

Für eine originelle und ungesehene Ankündigung der Kunstausstellung „Letters to Andy Warhol“ im Cadillac House Munich wurde der wohl bekannteste Graffiti-Künstler Loomit beauftragt, eine Plakatwand in der Münchner Fußgängerzone zu vandalieren – inspiriert vom künstlerischen Stil Andy Warhols.

In einer Nacht und Nebel Aktion besprühte der Graffiti-Artist ein riesiges Cadillac-Werbeplakatwand in der Münchner Innenstadt.

Was zunächst nach reinem Vandalismus aussah, entpuppte sich nur wenige Tage später als raffinierte, höchst authentische Ankündigung für die im Cadillac House Munich stattfindende Kunstaustellung „Letters to Andy Warhol“.

Bereits 1984  – und damit zu einer Zeit in der Graffiti in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte – sprühte Loomit, der mit bürgerlichem Namen Mathias Köhler heißt, sein erstes Graffiti an den Wasserturm in Buchloe. Im selben Jahr wurde er das erste Mal wegen Vandalismus verhaftet. Mit dem Geltendorfer Zug, dem ersten komplett besprühten S-Bahnzug, begann sein Aufstieg in der Szene. Über die Jahre gelang ihm der Wandel vom illegalen Sprayer hin zum anerkannten und gefragten Graffiti-Artist.

Andy Warhol im Cadillac House Munich
"Graffiti ist für mich Leidenschaft – und ich hatte das Glück, diese Leidenschaft zu einem Beruf zu machen."

Loomit selbst beschreibt seinen Stil als eine Mischung aus dem, was ein typischer Writer macht – nämlich seinen Namen an die Wand schreiben – und einer weitaus künstlerischeren, illustrativen Arbeitsweise, die mit Licht, Schatten und Perspektive spielt. Der Graffiti-Artist ist insbesondere für seine 3D Schriftzüge bekannt, die er bei der New Yorker Graffiti-Legende Seen erlernte.

Die Aktion im öffentlichen Raum erregte auch über München hinaus viel Aufmerksamkeit – und spricht damit genau die Leute an, die Loomit mit seiner Kunst erreichen will. Er bringt die Kunstgalerie auf die Straße, an Mauern statt auf Leinwände – dorthin, wo die Leute nicht dafür bezahlen müssen, um sie zu sehen.

"New York ist für mich der Ursprung der Graffitiszene"

Durch die Nachtaktion entsteht ein ganz besonderer Wow-Effekt – gerade bei einem so eindrucksvollen Motiv, das am Vorabend noch nicht existiert hat. Wie man ein solches Kunstwerk in nur einer Nacht bewerkstelligt, gibt den meisten Leuten Rätsel auf und verstärkt dadurch noch die Wirkung, die das Graffiti auf die Menschen hat.

Das von Loomit gestaltete Graffiti enthält zahlreiche Anspielungen auf den Mitbegründer der amerikanischen Pop-Art, wie das verschlungene W und das Motiv der Katze, das sich auch in Warhols frühen Werken wieder findet. Auch die grelle Farbwelt, in der Loomit sich bewegt, erinnert stark an den berühmten Pop-Art Künstler, dem die Kunstaustellung „Letters to Andy Warhol“ gewidmet ist.

Für Loomit zählt Andy Warhol zu einem der Urväter der Graffitibewegung, denn zu seiner Zeit protegierte Warhol Writer wie Basquiat und Keith Harring – und ebnete so der Straßenkunst den Weg zur anerkannten ästhetischen Kunstform.

"I love Graffiti"
Andy Warhol

So schlägt Cadillac die Brücke von einem „Daring Artist“ zum nächsten, denn auch bei Andy Warhol gab es – ähnlich wie bei Loomit – einen künstlerischen Bruch. Ende der 1950er Jahre zählte Warhol zu den bestbezahlten Grafikdesignern in Manhattan. Kurz darauf schlug er den künstlerischen Weg ein. Hierbei konzentrierte Warhol sich zunächst auf triviale Sujets der Popkultur. Ab Beginn der 60er Jahre waren Motive, die jedem Amerikaner vertraut waren, kennzeichnend für diese Periode seines Schaffens. Warhol brachte so den bürgerlichen Alltag und den Konsum in die Kunst.

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